Achtsamer8.

Seit der Auftaktveranstaltung im Jänner 2020 mit rund 90 Besucher­Innen in der Josefstädter Bezirksvertretung hat das Nachbarschaftsprojekt Achtsamer8. – trotz ­Corona bzw. mit ­Corona – eine Menge toller Initiativen umgesetzt.

In der Josefstadt hat sich der Achtsame8. sehr rasch als „Sorgenetzwerk“ etabliert. Das ist auch den Netzwerkern Daniela Martos und Gert Dressel zu verdanken, die durch großen persönlichen Einsatz das „Werkl“ rasch zum Laufen gebracht haben. Ende Oktober lud der Achtsame8. zum BürgerInnen-Forum unter dem Motto „Jung bleiben und alt werden in der Josefstadt“; als Gastgeberin fungierte erneut der Bezirk Josefstadt. „Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten nur 25 Personen im Amtshaus teilnehmen, obwohl das Interesse viel größer gewesen wäre“, so Projektleiterin Martos. „Wir hatten bereits tolle Veranstaltungen, wie zum Beispiel im Bezirksmuseum ein kleines, aber feines Erzähl-Café – intergenerationell, versteht sich. Dabei war es sehr offensichtlich, dass sich die TeilnehmerInnen nicht über Corona unterhalten wollten. Sie genossen es, abseits des alles beherrschenden Themas über viele andere Dinge zu erzählen, die das Leben bewegen.“

Wichtige Themen im Zusammenhang mit den Projekten des Achtsamen8. sind Teilhabe, Mitmachen im Alltag sowie Unterstützung zu geben und zu bekommen.

Es gibt in diese Richtung auch schon Initiativen und Arbeitsgruppen, etwa Generationen-Wohnen, Brieffreundschaften, Lesebaustellen im öffentlichen Raum oder die Generationen-Zeitreisen. Besonders gut angenommen werden die „altersgerechten Unternehmen“ in der Josefstadt.

Der Achtsame8. bietet UnternehmerInnen und ihren MitarbeiterInnen Schulungen für den Umgang mit betagten Personen und Demenzerkrankten. Etliche Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. „So zum Beispiel der Wiener Würstelstand in der Pfeilgasse. Dort gab es auch das Generationen-Boccia-Turnier“, erzählt Daniela Martos.

Alle geschulten Betriebe erhalten das Label „Altersfreundlicher Betrieb“, das sie sichtbar beim Eingang befestigen können – damit wird signalisiert, dass man hier gut aufgehoben ist. 

Aber auch den Jüngsten im Bezirk wird geholfen. „Über die Allianz Menschen.Würde.Österreich bekommen wir einige Computer für die Volksschulen, um die Initiative Hausaufgaben-Buddies aus dem ersten Lockdown weiterführen zu können“, zeigt sich Martos erfreut.

Jeder kann sich einbringen und zum Gelingen des Achtsamen8. beitragen. Und Projektleiterin Martos hat natürlich auch schon einige Ideen für die Zukunft, wie das „Grätzltelefon Josefstadt“ oder den „Tag der Achtsamkeit“ gemeinsam mit den UnternehmerInnen des Achten.

Über neue Initiativen des Achtsamen.8 informiert auch regelmäßig der BürgerInnenbrief der Bezirksvorstehung Josefstadt. Der Bezirk unterstützt den Achtsamen8. tatkräftig in Form von Räumlichkeiten, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit.

Schnell kristallisierten sich bei Arbeitsgruppen beim BürgerInnen-Forum drei große Themenkreise heraus, und zwar: Mobilität und Barrierefreiheit, Hinterhof-Flohmärkte und Geschichten-Sammeln. Nach dieser ersten Ideenfindung wird jetzt in Kleingruppen fleißig weitergearbeitet. Für die rund 25 Teilnehmenden zwischen 20 und 80 Jahren war es ein erfolgreicher und schöner Abend im Sitzungssaal der Bezirksvorstehung, bei dem nicht nur neue Initiativen geboren, sondern auch neue Kontakte geknüpft wurden.

▶ Bezirksvorstehung Josefstadt
+43 1 4000 08115, post@bv08.wien.gv.at

Infos: Achtsamer 8.


Ausgabe 04/2020