Buchtipps

Unverzichtbarer Sozialstaat

Besonders in Anbetracht der aktuellen Corona-Lage gilt es die gegenwärtige Entwicklung und die Zukunft des Sozialstaats im Auge zu behalten.
Der Josefstädter Emmerich Tálos legt gemeinsam mit Herbert Obinger mit dem Buch „Sozialstaat Österreich (1945–2020)“ eine kritische Analyse zum Wandel des österreichischen Sozialstaats der letzten 75 Jahre vor.

Der sozialstaatliche Entwicklungsprozess war im Österreich der Nachkriegsjahrzehnte durch eine beachtliche Expansion gekennzeichnet. Heute zeichnen sich neben punktuellen Erweiterungen deutlich restriktive Trends auf allen Ebenen des Sozialstaats ab. Eine Herausforderung einmaliger Art stellt die 2020 ausgebrochene Corona-Pandemie mit ihren einschneidenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dar. Unübersehbar in diesem Zusammenhang ist, wie unverzichtbar der breit ausgebaute Sozialstaat inklusive seinem Gesundheitssystem für die Gesellschaft ist. Das Buch wirft abschließend einen Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie.

Der engagierte Politikwissenschafter Emmerich Tálos ist Proponent des aktuellen Volksbegehrens „Arbeitslosengeld rauf!“, das zurzeit auf jedem Bezirksamt oder online mittels Bürger:innenkarte unterstützt werden kann. „Die Corona-Krise unterstreicht, wie unverzichtbar der österreichische Sozialstaat für unsere Gesellschaft ist. Angesichts der damit verbundenen prekären Arbeitsmarktsituation zeigt sich dabei insbesondere die Wichtigkeit der materiellen Absicherung im Fall der Arbeitslosigkeit. Zugleich wird aber auch deren Reformbedürftigkeit offenkundig, denn die bestehende Arbeitslosenversicherung ist für viele Betroffene nicht ausreichend. Ein Volksbegehren könnte Anstoß zu einschlägigen Reformen sein“, so Tálos.

Emmerich Tálos, Herbert Obinger; Sozialstaat Österreich (1945–2020)
Entwicklung – Maßnahmen – internationale Verortung ISBN 978-3-7065-6052-8
www.arbeitslosengeld-rauf.at

 

Theater in der Josefstadt 1788–2030

Architektur, Geschichte, Kultur. Leider befinden wir uns wieder im Lockdown und können nicht ins Theater. Mit den beiden sehr umfangreichen, wenn auch nicht ganz billigen Bänden von „Theater in der Josefstadt 1788–2030“ kann man sich aber durch die Bühnengeschichte der Josefstadt schmökern. Vielleicht ein passendes Weihnachtsgeschenk für Theaterbegeisterte?

Das Theater in der Josefstadt zählt zu den ältesten bis heute bespielten Schauspielhäusern Wiens und gilt als eines der schönsten Europas.

▶ 2 Bände (ges. 640 Seiten), 495 Abbildungen in Farbe, 25 x 29 cm, gebunden, EUR 128,– Hirmer Premium, Goldprägung, Farbschnitt. ISBN: 978-3-7774-3602-9

 

Geschichtenerzählerin

Silvia Konstantinou ist in dem Haus in der Pfeilgasse aufgewachsen, in dem sie mit ihrer Familie auch heute noch wohnt. Schon ihre Oma und ihre Mutter waren hier zu Hause. „Einmal Josefstadt, immer Josefstadt“, ist das Credo der Schriftstellerin. Neben Lyrik, Prosa, Mundart-Texten, Kurzgeschichten und vielem mehr hat sie sich als Kinderbuch-Autorin einen Namen gemacht.

In Konstantinous Geschichten wie „Toms total verkehrte Welt“ oder „Hannas Traum vom Ballett“, in dem sich Hanna nichts sehnlicher wünscht, als Ballett tanzen zu dürfen, spielt immer Gott eine entscheidende Rolle. „Doch als ihr großer Wunsch in Erfüllung geht, kommen ungeahnte Schwierigkeiten auf sie zu. Wie gut, dass ihre Lehrerin immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Kinder hat! Sie gibt Hanna den Rat, auf Gott zu vertrauen“, heißt es im Klappentext.

Das Buch „Fips, die Feldmaus“ wurde liebevoll von Nina Dulleck illustriert. Den jüngsten Streich von Silvia Konstantinou vollbringt Lukas mit seiner besten Freundin Lena: Das in der Lesereihe „Lies mit mir“ des SCM Verlags erschienene Buch ist auf einem Mitlesekonzept aufgebaut, das beim Lesenlernen hilft. Die Geschichte endet zu Weihnachten, wo der ersehnte Hund Melo eine Hauptrolle spielt. Das angeschlossene kleine Hunde-Einmaleins rundet „Beste Freunde und ein Hund“ ab. Konstantinous Bücher entstehen aus den Geschichten, die sie einst ihren Söhnen vor dem Schlafengehen erzählt hat.