Fremdsein, Ankommen … Internationale Restaurants

Max und ich sind beide in der Josefstadt aufgewachsen, kennen unseren Bezirk ziemlich gut und stoßen doch immer wieder auf Neues.

Zusammengestellt von Max Mitterer und Andrea Skvarits

Die Josefstadt ist flächenmäßig der kleinste Bezirk Wiens. Was die Restaurantdichte betrifft, zählt der achte Bezirk aber zu den größten und bietet eine bunte Vielfalt an Lokalen mit multikulturellem Flair und der Lebendigkeit vieler Nationen.

Entlang der Florianigasse und der Josefstädter Straße und in den Gassen ringsum reihen sich Top-Restaurants, Gasthäuser, Bars und hippe Szenebeisl aneinander. So können Gourmets auf nur einem Quadratkilometer (kulinarisch) um die ganze Welt reisen. Deshalb haben wir uns gedacht, dass es doch interessant wäre, einige internationale Restaurants der Josefstadt herauszugreifen und näher zu betrachten, deren Namensgebung zu erkunden und mit den Besitzer:innen zu sprechen, warum sie ihr Lokal so genannt haben, was der Name in der jeweiligen Landessprache bedeutet und wie sie sich damit identifizieren.

So haben wir in aller Kürze einiges Neues und Interessantes über diese internationalen Lokale in Erfahrung bringen können. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Liebe, Begeisterung und Stolz jedes Restaurant seine eigene Tradition und Landesküche zelebriert.

LAVASH
Armenisches Restaurant

Die Josefstädter können sich freuen: Seit Juni 2021 gibt es im Bezirk, genau am Hamerlingplatz, ein neues Restaurant. Mit dem Lavash beheimatet Wien und speziell die Josefstadt das erste armenische Restaurant mit authentischer, traditioneller Küche.

Woher kommt der Name, den die Restaurantbesitzer für ihr Lokal gewählt haben? „Lavash“ wird das hausgemachte, dünne Fladenbrot genannt, das in der traditionellen armenischen Küche bei keinem Essen fehlen darf. Es ist gleichzeitig auch ein Symbol für Gemeinschaft und Leben und wird getrocknet als Hostie in der armenisch-apostolischen Kirche verwendet. Andrea: „Max, hast du gewusst, dass im Jahr 2014 das Lavash-Brot in den Stand des UNESCO-Weltkulturerbes erhoben wurde?“ „Guten Appetit!“ heißt auf Armenisch: „Bari akhorzhak!“ (ausgesprochen: bari achoschak).

▶ LAVASH. 8., Hamerlingplatz 2

LA DELIZIA
Pizzeria/Restaurant

Andrea: Als ich den Chef, Herrn Diego, fragte, warum er sein Lokal „La Delizia“ genannt hat, erzählte er mir, dass ihm ursprünglich sehr viele mögliche Namen für sein neues Restaurant in der Josefstadt im Kopf herumgeschwirrt seien. Aber er konnte sich nicht und nicht entscheiden – bis ihm sein Bruder dann vorschlug, es „La Delizia“ zu nennen. Und damit war der perfekte Name für die Pizzeria gefunden. Der Begriff „la delizia“ bedeutet einerseits Freude, Begeisterung, Wonne, im Zusammenhang mit Essen aber auch so viel wie köstlich, lecker, deliziös. Eine perfekte Namensgebung, wenn man an die köstlichen Pizzen, Gerichte mit Meeresfrüchten und sonstigen Spezialitäten des Hauses denkt. Ich war schon öfter Gast hier und kann nur sagen: Freunde der traditionellen italienischen Küche werden hier „deliziös“ auf ihre Rechnung kommen. Daher: Buon appetito!

▶ LA DELIZIA. 8., Florianigasse 19

NGUYEN’S PHO HOUSE
Vietnamesisches Lokal

Max: Ich war unlängst bei Nguyen’s Pho House in der Lerchenfelder Straße und habe mich mit der Juniorchefin unterhalten. Sie hat mir erzählt, dass das Restaurant zu einer großen Restaurantkette gehört und es daher schwierig ist, zu sagen, woher der Name kommt. Deshalb misst sie ihm keine besondere Bedeutung bei. Nguyễn ist der häufigste Familienname in Vietnam (geschätzte 40 %), auch in Thailand findet man ihn sehr oft – so wie bei uns Meier oder Müller.

Und Pho? „Pho“ bedeutet ganz einfach „Suppe“. Sollte man jetzt annehmen, dass es hier nur Suppen gibt? Ganz im Gegenteil, das Lokal bietet eine große Vielfalt an vietnamesischen Gerichten. Und für alle, die es wissen wollen: Guten Appetit wünscht man in Vietnam mit: „Chúc ngon miệng!“

▶ Nguyen‘s Pho. 8., Lerchenfelder Straße 46

KONOBA
Kroatisches Lokal

„Konoba“ heißen die einfachen (Fisch-)Beisln an der dalmatinischen Küste. Die Konoba (auf Kroatisch „Keller“) ist ein Ort, an dem die Menschen einkehren, Wein trinken, essen, diskutieren, singen. Nach alter Tradition haben sich früher die vom Meer heimgekehrten Fischer in einer Konoba getroffen und ihren frisch gefangenen Fisch mit Weißbrot, Schinken und gutem Wein gemeinsam verzehrt. Aber bald bekam man dort auch weitere einfache regionale Gerichte: Fleischgerichte wie etwa Lamm und Schwein (inklusive Grillgerichte), Schafkäse, dalmatinischen Schinken. Die Getränkeauswahl ist ebenfalls landestypisch: vorwiegend Wein, aber auch Bier, heimische Spirituosen und alkoholfreie Getränke.

Wünscht man guten Appetit, dann sagt man in Kroatien: „Dobar Tek!“

▶ Konoba. 8., Lerchenfelder Straße 66-68


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