Gabi Gecko lässt Gustav nicht hängen

Gabi Gecko hing ganz genüsslich, wie jeden Morgen nach dem Frühstück, an der Wand in der Bibliothek und las ihre Zeitung.

Von Gabi Gecko

So verdaute sie am gemütlichsten die vielen Striezelscheiben mit dick Grafschafter Goldsaft, einem Zuckerrübenbrotaufstrich, darauf. So verbrachte sie eigentlich fast jeden Sonntagvormittag, nachdem sie ausgiebig gefrühstückt hatte.

Gabi Gecko wohnt mit Gesine Gans zusammen und am Sonntag geht diese gerne mit Gustav Gams Golf spielen und so war Gabi am Sonntagvormittag für gewöhnlich alleine und genoss die Ruhe. Was gab es auch Schöneres, als in Ruhe Zeitung zu lesen. Wenn sie die Zeitung so weit durchgelesen hatte, kletterte sie kurz in die Küche und goss sich ein Glas Mangosaft ein, griff sich ein paar Gummibärchen und kletterte zurück in die Bibliothek, um eine Autobiografie von irgendeiner angesehenen, schlauen Person zu lesen.

Aktuell las sie über Georgina Gratzer, eine Biologin, die über die besondere Intelligenz von Geckos forscht und ihnen damit endlich die Aufmerksamkeit verschafft hat, die ihnen Gabi Geckos Meinung nach schon längst gebührt. Also der Morgen war einfach perfekt, als die Hausglocke klingelte. Gabi fiel vor Schreck fast von der Wand, so konzentriert hatte sie gerade gelesen.

„Och, wer will denn um diese Uhrzeit etwas von mir?“,  dachte sich Gabi und machte sich auf den Weg zur Tür. Da stand Gustav, der Gustav, der doch schon auf dem Weg zum Golfplatz sein sollte. Gesine war schon seit einiger Zeit aus dem Haus.
„Gustav, was machst du denn hier?“, rief Gabi verdutzt aus.

„Du musst mir helfen, mir sind beim Einpacken alle meine Golfbälle aus der Golftasche gerutscht und direkt hinter meinem VW Golf in den Gulli gefallen. Ich kann unmöglich ohne Bälle am Golfplatz auftauchen, Gesine schaut doch immer wie eine grimmige Gurke, wenn ich sie um einen ihrer Bälle anschnorre, und ich habe doch gerade gar kein Geld mehr, um mir neue zu kaufen. Ich habe doch letzten Montag diesen tollen Ginko-Baum für meinen Garten gekauft und jetzt muss ich wieder sparen. Was mach ich denn jetzt, das ist mir unglaublich peinlich.“

„Puhh,“ dachte sich Gabi, „das ist zwar jetzt ein bisschen lästig, aber ich dachte schon, es ist wirklich etwas Schreckliches passiert. Für das Problem habe ich eine Lösung und so ein bisschen frische Luft ist ja auch gesund.“ „Komm“, sagte sie zu Gustav, „wir gehen. Du kannst dich gleich auf den Weg machen, dann bist du höchstens ein ganz klein wenig zu spät.“

Was meint ihr, wie hat Gabi dem Gustav aus der Patsche geholfen?

 

GABI GECKO. Diese Geschichte entstand in den ersten Tagen des ersten Lockdowns, als die 3b der VS Lange Gasse noch die 1b war. Die Kinder haben mir (Christina) im Zuge des Buchstabentages „G“ ganz viele Begriffe mit G genannt und daraus ist diese Geschichte entstanden.

 


Ausgabe 04/2021


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