Geben wir acht auf das Klima

Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung und Vorsitzender des Universitätsrats der BOKU

Strahlender Sonnenschein, bis zu 37 Grad, keine einzige Wolke am Himmel: perfektes Wetter für einen Tag am See, aber unerträglich für die Menschen in der Stadt. Gab es vor 50 Jahren noch circa zehn Tage mit über 30 Grad, hat sich die Anzahl dieser Hitzetage in den letzten Jahren verdreifacht. Der Grund? Der Klimawandel und das Zubetonieren der natürlichen Klimaanlage „Boden“. Dabei sind wir beim Bodenverbrauch schon Europameister, allerdings im negativen Sinn: 11,5 Hektar Äcker und Wiesen werden pro Tag verbaut, in knapp zehn Tagen verschwindet also die Fläche der Josefstadt unter neuen Straßen und Supermärkten.

Dabei haben wir bereits das dichteste Straßennetz Europas (15 m/Kopf) und die höchste Supermarktfläche Europas (1,67 m2/Kopf). Machen wir so weiter wie in den letzten zehn Jahren, gibt es in 200 Jahren keine Agrarflächen mehr für die Lebensmittelproduktion. Von Beton können wir aber nicht abbeißen. Aber auch der Tourismus leidet, und der Klimawandel wird durch den Wegfall des Bodens als Kohlenstoffspeicher angeheizt. Besonders Menschen im städtischen Bereich bekommen den sogenannten „City Heat Effect“ zu spüren.

Es ist durch Asphalt und Beton in der Stadt wärmer als am Land. Wir müssen umdenken! Das Naturkapital Boden und die Ressourcen wie Luft und Wasser müssen als eigene Kennzahl in der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts Berücksichtigung finden. Für den Wohlstand einer Gesellschaft zählt langfristig mehr als nur das Kapital. Die Corona-Pandemie hat mit einem globalen Schulterschluss und der Impfung gezeigt: Es geht was. Nutzen wir diese Energie. Sonst werden uns die Kinder einmal fragen: Warum habt ihr uns die Erde in so einem Zustand hinterlassen?

ÜBER DIE ÖSTERREICHISCHE HAGELVERSICHERUNG VVAG

Die Österreichische Hagelversicherung – mit Sitz in der Josefstadt – ist der Spezialversicherer von Naturkatastrophen in der Landwirtschaft in Österreich und fünf osteuropäischen Ländern. Das Unternehmen engagiert sich angesichts zunehmender Wetterextreme schon sehr lange für mehr Klima- und Bodenschutz. Als Initiator des Klimaschutzpreises im Jahr 2001 wirbt es seit vielen Jahren für regionale, klimafreundliche Lebensmittel mit kurzen Transportwegen und schafft Bewusstsein für das rasante Zubetonieren von Wiesen und Äckern in Österreich.

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