Nachhaltigkeit mal anders – länger nutzen und wiederentdecken

Ein anderer Aspekt zur Nachhaltigkeit, der oft nicht bewusst wahrgenommen wird, ist die Verlängerung der Nutzung von Gegenständen.

Von Andreas Ellenberger

Die Nutzung von Gegenständen eng mit dem neuen Wertschätzen von Handwerk verbunden – die Stadt Wien hat dies mit dem Reparaturbon, einem Gutschein für Reparaturen, in diesem Jahr begonnen zu fördern. Zunächst nur gültig für Mitglieder des Reparaturnetzwerks Wien soll dieser auf ganz Österreich ausgedehnt werden – dann können sie auch für andere Reparatur-Läden genutzt werden.

Von Andreas Ellenberger

Auf der Josefstädter Straße gibt es einige gute Beispiel für Reparatur, und auch im oberen Bereich finden sich einige Spezialisten, die Geräte wieder auf Vordermann bringen. Dabei stehen handwerkliche Fähigkeiten hoch im Kurs. Handarbeit und Handwerk sind eigentlich Begriffe, die man nicht direkt mit dem 8. verbindet, wenn man von den Friseursalons und Gastronomie absieht. Handwerk ist auch in der Handyreparatur, dem Reparaturservice für Kameras, Lederreparaturen oder der Church of Bikes, einer Fahrradwerkstatt sichtbar. Aus alt mach neu – reparieren, rekonstruieren, aufwerten fühlen sich oft an wie ein Neubeginn. Loslassen fällt immer dann schwer, wenn die Gegenstände noch in guter Qualität sind, jedoch für uns nicht mehr den funktionalen Wert haben, den sie vorher hatten.

Mit Wertschätzung fängt es an

Deswegen hat es oft einen emotional höheren Wert, die bereits genutzten und nicht mehr funktionierenden Gegenstände wieder ans Leben bringen als etwas Neues zu kaufen. Doch erkennen wir auch den Wert, den die Menschen vor Ort mit  diesen Dienstleistungen schaffen? Diejenigen, die oft im Hintergrund stehen oder sitzen, umfangreiche Fähigkeiten haben, um mit Unbekanntem umzugehen, sehen wir oft nicht. Doch es tut sich einiges in diesem Bereich. Reeparo, eine neue Online-Plattform für Handyreparaturen aus Wien, bringt Vergleichbarkeit in die Angebote – ich hoffe, die Shops aus dem 8. sind dort auch bald zu finden – und genauso Bewertungen dieser, denn die Einschätzung der Qualität ist oft wichtiger als der Preis der Reparatur.

Wir sollten lernen, das Handwerk zu schätzen und zu investieren, um der Wegwerf-Mentalität zu trotzen. Können wir Orte gestalten, an denen jeder gern seine Gegenstände abgibt und sie in guten Händen weiß, wenn sie zu gut zum Wegwerfen sind? In der Albertgasse kann man Gesellschaftsspiele abgeben und finden, auch einen Ort zum Verweilen und miteinander in Kontakt kommen gibt es dort. Die regelmäßigen Repair-Cafes im Nachbarschaftszentrum ermöglichen das Reparieren von verschiedenen Gegenständen und Kleidung und die Information über Reparaturmöglichkeiten. Was gibt es noch? Wo lassen Sie Ihre genutzten Lieblingsstücke reparieren? Je besser wir Bescheid wissen, wem wir dafür vor Ort vertrauen können, umso weniger wertvolle Ressourcen werden vernichtet.

 

TIPP: energie- und repararturcafé:
Wir zeigen, dass es ganz einfach ist, Haushaltsgegenstände, wie Elektrogeräte, Kleinmöbel oder Textilien selbst zu reparieren.
21.10.2021 und am 25.11. 2021
Café Florianihof, Florianigasse 24, 1080 Wien


Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien – ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.

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