Pflanzenbrief an einen fiktiven Kolumnisten

Von Max Mitterer, inspiriert vom Tigerpark …

Sehr geehrter Herr H.!

Ich bin eine gewöhnliche Minze aus dem Tigerpark und ich brauche Ihre Hilfe. Obwohl ich ein Lippenblütler bin und mich gerne austausche, weiß ich noch kaum etwas über meine persönlichen gesunden Eigenschaften. Groß können meine Eigenschaften nicht sein, denn irgendwie fühle ich mich im Gegensatz zu anderen Pflanzen geringgeschätzt. Wie kann ich Leute, die mich nicht kennen, von meinen gesunden Eigenschaften überzeugen, über die Sie mir sicherlich etwas erzählen können?

Ihre Minze

 

Doktor H.:

Liebe Minze, ich habe mich sehr über deine Anfrage gefreut.

Du bist gar keine gewöhnliche Minze – gewöhnliche Kräuter gibt es gar nicht. Jedes Einzelne ist ein großes Abenteuer, aber ich habe tagtäglich mit Kolleg:innen von dir zu tun, die sich geringgeschätzt fühlen. Glaube mir, du brauchst dich nicht verstecken. Es liegt nicht an dir, sondern an manchen Menschen, die zum Beispiel mit einer flotten marokkanischen Minze nichts anfangen können und noch wenig von der Kräutervielfalt verstehen.

Diese Menschen gilt es zu überzeugen. Ich helfe dir gerne, deine Fragen zu beantworten, um Menschen von deinen gesunden Eigenschaften zu überzeugen. Doch zuerst zu deiner Abstammung: Du bist eine der drei Arten der „Nanaminze“. Deiner Familienart gehören auch die „echte Pfefferminze“ und die „krause Minze“ aus Asien an. Du hast damit also Familienmitglieder von verschiedenen Kontinenten, was nicht zu verachten ist.

Du gehörst zu den Sommerblühern, deine Blüten wachsen also von Juli bis September. Deine gesunden Eigenschaften sind schnell und leicht erklärt: Wie alle Nanaminze-Arten wirkst auch du erfrischend auf den Menschen. Besonders gut kann man dich zu Tee verarbeiten. Du hilfst damit Entzündungen abzuschwächen und Übelkeit vorzubeugen. Auch in der Küche bist du als Gewürz vielseitig einsetzbar, z. B. zu Fleischgerichten oder als Joghurtgewürz für Salate, für Getränke und vieles mehr. Hervorzuheben ist auch noch, dass du als Tee das Nationalgetränk Marokkos bist. Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Antworten Mut machen und weiterhelfen, dich besser zu fühlen. Wie gesagt, es gibt keinen Grund, sich gegenüber anderen Pflanzen geringgeschätzt zu fühlen.

Dein großer Fan Doktor H.

Zeichnung: blaue Schüssel mit weißem Inhalt, Körnern und Minzdeko, daneben ein Glas mit gelb/grüner Flüssigkeit, Zitronenscheibe am Glasrand und rosarotem Strohhalm

Joghurt-Dip und Minz-Mojito

Erfrischender Minz-Mojito (alkoholfrei)

Zutaten

2 Limetten oder Zitronen
2 Zweige marokkanische Minze
2 TL Rohrzucker
Tee oder Wasser zum Aufgießen
Crushed Ice oder Eiswürfel

Zubereitung

  1. Die Zitrusfrüchte auspressen
  2. Die Minzzweige rebeln und fein hacken
  3. Den Zitrussaft mit Tee oder Wasser verdünnen, den Rohrzucker und die Minze beimengen und alles miteinander vermischen.
  4. Crushed Ice oder Eiswürfel dazugeben
  5. Fertig ist der erfrischende alkoholfreie Minz-Mojito.

 

Joghurt-Dip für Salat oder mit Crackern

Zutaten

500 ml Naturjoghurt
1⁄2 Gurke, geraspelt
2 Knoblauchzehen
Salz & Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung

Alle Zutaten waschen und wenn nötig schälen. Die Gurke in kleine Stücke schneiden oder raspeln. Die Minze abrebeln und fein hacken und die Knoblauchzehen mit einer Presse zerdrücken. Das Joghurt in eine Schüssel geben, die anderen Zutaten dazugeben und alles gut vermischen. Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Brot oder z. B. Tortillachips servieren


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