Wie ein Phönix aus der Asche

November 2020 : Eine düstere Stimmung liegt über dem 8 Gemeindebezirk „Josefstadt“. Der langwierige Corona-Lockdown hat seine Spuren hinterlassen.

Von Max Mitterer

Die Geschäfte und Lokale sind geschlossen worden. Dadurch herrscht vor den Lokalen gähnende Leere. Kaum Menschen sind auf der Straße zu sehen und an den Glastüren und in den Schaufenstern hängen „Geschlossen-Schilder“ mit schwarz-humorigen Sprüchen, welche die Stimmung ein wenig auflockern. Trotzdem ähnelt das Gesamtbild einer Geisterstadt, das durch das regnerische Wetter zusätzlich unterstrichen wird.

Hier im Herzen der Albertgasse befindet er sich: Der Hamerlingpark. Eine der wenigen Grünoasen im achten Bezirk. „ Grünoase?“, keineswegs. Zwar stechen einem Bäume und Pflanzen ins Auge, während das Gras aufgrund des Matsches eine braune Färbung angenommen hat. Von der „Oase“ ist so gut wie nichts zu sehen. „Grüner Friedhof“ ist hier der einzige passende Ausdruck, um den Park zu beschreiben. Unterstrichen von dem Krächzen von Raben und Krähen sowie vom Lärm der Großbaustellen außerhalb des Parks.

Zeichnung Hamerlingplatz

©Max Mitterer

 

Mai 2021

Nun nach den Light-Lockerungen des Lockdowns ist von diesem Bild nichts mehr zu erkennen. Das Leben ist in den Park zurückgekehrt, der nun wieder aufgrund mehrerer Sommerveranstaltungen, wie z.B. „Die Einführung in die Heilkräuter des Parks“ zum Verweilen einlädt.

So erscheint es, als ob der Park als „Grünoase“ aus seinem Totenschlaf wiedererweckt wurde. Nur die Baustelle außerhalb des Parks ist der letzte Zeuge eines Friedhofes, der nur noch als Ruine zu existieren scheint.


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