Zum Dahinschmelzen …

Nirgendwo in Europa ist die Eissalondichte so hoch wie in Wien! Immerhin gibt es in der Bundeshauptstadt rund 150 Eissalons. Einige italienische Familien haben sich in Wien über Generationen hinweg mit Gefrorenem einen Namen gemacht, und auch die eine oder andere Hochzeit unter den Eisdynastien wurde schon gefeiert. In der Josefstadt gibt es mittlerweile sieben Eisdielen, die Mehrheit ist hier jedoch in österreichischer Hand.

Um das Speiseeis ist ein echter Hype ausgebrochen – es bringt derzeit ganz Wien zum Schmelzen. Die Trends heißen: bio, regional und vegan. Qualität wird großgeschrieben. Mit viel Liebe wird in teils sehr kleinen Gassenlokalen das frisch zubereitete Eis ausgegeben und immer häufiger stellen sich Eishungrige in langen Schlangen geduldig an. Gerne wird dabei gefachsimpelt, ob das neue Eis vom Schelato, Leones, Amici oder Sommariva besser schmeckt. Bei den zwei Neuen auf der Josefstädter Straße – dem Eismacher und dem Zuckero schräg vis-à-vis – steht das Verkostungsurteil der ansässigen Eisfans noch aus.

Neue Sorten wie Ziegenkäsesorbet halten immer öfter Einzug in die Stanitzel, wenngleich sie manch Eishungrigen dann reumütig wieder zu den Klassikern wie Vanille, Erdbeere oder Schokolade zurückkehren lassen. Ungebrochener Beliebtheit erfreuen sich Haselnuss, Pistazie und Stracciatella.

Das Sommariva auf der Alser Straße ist ein echter italienischer Eissalon. Der Familienbetrieb stellt rund 25 Eissorten inklusive Spezialitäten für Diabetiker her. Der Retrochic der Einrichtung ist nicht nur für Vintage-Freunde ein Augenschmaus. Der für einen Eissalon großzügige Gastgarten ist eine Oase, wo man sich das traditionell hergestellte Gefrorene auf der Zunge zergehen lassen kann. Was einem Italiener beim Lesen weh tut, verstopft regelmäßig den Gehsteig der Lerchenfelder Straße: das „Schelato“!

Heuer scheinen die Sorten mit Maracuja-Kokos oder Mango zwar auch exotisch, aber weniger experimentell als in den vergangenen Saisonen. Erdbeer-Minze ist genauso zu empfehlen wie salziges Karamell. Auch für Eis von Leones stehen die Eiscreme-Fans Schlange. Gleich neben dem Fitnesstempel in der Lange Gasse kann man seinen Kalorienhaushalt wieder ins Lot bringen. Um nicht zu übertreiben, sollte man zu Fruchtsorten wie dem traumhaften Marillen- oder Himbeereis greifen.

Vielen Josefstädterinnen und Josefstädtern ist der Eissalon Amici noch unter dem Namen Armando ein Begriff. Die beiden Standorte auf Josefstädter Straße 53 und 75 sind bei Groß und Klein beliebt wie eh und je. Hier wird einem das Warten auf die Straßenbahn nicht leichtgemacht – man kommt in der Regel nicht umhin, sich mindestens einen kleinen Becher mit drei Sorten zu gönnen.

Mit modernem Design und Handwerkskunst will der Eismacher, der aus dem Burgenland kommt, den Leuten im Achten den Mund wässrig machen. Seit 1927 wird in der eigenen Manufaktur Eis gemacht. Bei interaktiven Führungen im Stammhaus Lockenhaus kann man sogar selbst Eis herstellen. Auf der Josefstädter Straße punktet der „Neue“ mit seinen Eisknödeln, vor allem mit dem Klassiker: Vanille mit Marillenkern.

Das Zuckero scheint mit Eis aus regionaler Vollmilch sowie veganen Sorten aus Kokos-, Soja-, Hafer- und Mandelmilch die Eisliebhaber*innen im Bezirk bereits zu überzeugen. Zuckero hat auch einen Eiswagen und ein Eismobil – beide können einem bei der einen oder anderen Veranstaltung über den Weg rollen, wenn Events mit vielen Menschen wieder erlaubt sind.

▶ Sommariva: Alser Straße 45
Eis Amici: Josefstädter Straße 53, Josefstädter Straße 75
Schelato: Lerchenfelder Straße 34
Leones Gelato: Lange Gasse 78
Zuckero: Josefstädter Straße 73
Der Eismacher: Josefstädter Straße 60